Der Spielfilm „Blut“ von Matthias Schüll bietet einen Einblick in das Leben eines Borderliners. Das Borderline Syndrom ist eine Persönlichkeitsstörung, die nicht selten mit der systematischen Zerstörung des eigenen Körpers endet. Ohne Kompromisse zeigt „Blut“ die Gedanken und Gefühle eines Borderliners auf der Suche nach der eigenen Identität.
"Das stimmige Jugenddrama ist ein sehr berührendes Werk geworden, das fein zwischen Verständnis und Stirnrunzeln balanciert." - Indie-Stars.de
Synopsis:
Robert hat gerade das Abitur absolviert und muss nun seinen Zivildienst leisten. Gerade in dieser Zeit der Leere und Orientierungslosigkeit findet er als Borderliner nur wenig Halt und Zuneigung. Auf der Suche nach sich selbst und seinen Träumen und aus Flucht vor der Langeweile des Alltags begibt er sich in Clubs und Drogenwelten. Von den Extremen hin und her gerissen und unter schwerem Selbsthass leidend, bestraft er sich körperlich und seelisch für seine eigene Unvollkommenheit.
Später lernt er in „seinem“ Club Bill, einen Mann aus dem Untergrund kennen, den er aufgrund seiner Härte und seines Egoismus bewundert. Dabei kommt er, trotz der Furcht vor Bill, langsam dessen Freundin Isabelle näher, obwohl er eigentlich weiterhin viel mehr von seiner namenlosen Traumfrau fasziniert ist, die er jeden Tag in der S-Bahn trifft. Doch seinen Träumen darf er nicht nacheifern...
Von Schuld beladen und in tiefe Probleme verstrickt, beginnt die Geschichte einen tragischen Verlauf zu nehmen.
9 Jahre litt Regisseur und Drehbuchautor Matthias Schüll selbst am Borderline Syndrom. Die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen waren der Grund, weshalb er die anspruchsvolle Thematik in dem Film "Blut" aufgreifen wollte: „Ich wollte etwas erzählen, was mich angeht und von dem die Öffentlichkeit erfahren sollte“, so der junge Regisseur. „Ich hatte üble Zeiten und wollte das einfach auch in dem Film verarbeiten“. Trotzdem ist „Blut“ keine Autobiografie. Zwar stammen einige der Gedanken der Hauptperson Robert direkt aus dem Tagebuch, welches er damals geführt hatte, und die Personen und Handlungen sind an echte angelehnt, die restliche Geschichte ist jedoch erfunden.
Dabei zeigt "Blut", im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die sich dem Thema widmen, keine effekthascherischen Szenen der Selbstverstümmelung, sondern soll dem Publikum vielmehr zeigen, was in einem Borderliner vorgeht. Dazu werden die Gedanken Roberts im Film über so genannte "Voice-Overs" erzählt.
Inzwischen hat Matthias die Krankheit nach einer zweijährigen Therapie "ganz gut im Griff", wie er sagt. Aber sie bricht immer wieder durch.
DVD-Inhalt:
- Der Hauptfilm "Blut" mit deutschen (für hörgeschädigte) und englischen Untertiteln
- Audiokommentare von Regisseur, Kameramann und Regieassistenz
- Making Of "Blut"
- Geschnittene Szenen
- Visuelle Effekte
- Der Film im Film "Walk Man Walk"
- Eine versteckte Überraschung